Radwoche 2026

Beitrag veröffentlicht am 22. Mai 2026

Reise-Termine

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Radwoche 2026

Mit 38 Radfahrern brachen wir frühmorgens Richtung Rothenburg ob der Tauber auf. Mit einigen Infos entlang der Fahrtroute gestaltete sich die Anreise sehr entspannt. Bereits um 15.00 Uhr konnten wir im 4*-Hotel „Rappen“ in der Innenstadt einchecken. Die Zeit bis zum Abendessen nutzten die meisten zum Erkunden der Stadt mit seinen entzückenden Fachwerkbauten, historischen Brunnen und einer 2,4 km langen begehbaren Stadtmauer. Das Zentrum war sehr belebt, viele Geschäfte hielten auch am Sonntag offen, unzählige Gastronomiebetriebe waren gut besucht.

Bei einer sehr informativen Stadtführung in Rothenburg in 2 Gruppen am Montagvormittag erfuhren wir sehr viel über die Geschichte der Stadt (seit 1274 freie Reichsstadt, im Mittelalter Hochblüte), ihrer Fachwerkbauten und ihrer Bewohner. Nach einer kurzen, individuellen Mittagspause starteten wir zur ersten Radtour in 3 selbstgewählten Gruppen Richtung Herrieden. Bei kühlem und bewölktem Wetter radelten wir durch den Naturpark Frankenhöhe (Quellgebiet der Altmühl), über Colmberg (imposante, nie eingenommene Burganlage), weiter nach Leutershausen (Türmerwohnung im Stadttor war bis 1962 bewohnt; Gustav Weißkopf gelang 2 Jahre vor den Gebrüdern Wright der erste Flug mit einem 2-Zylindermotor über 2,5 km in einer Höhe von ca. 100 m). Direkt vor dem Stochentor die Radverladung, Rückfahrt nach Rothenburg.

Von Herrieden aus radelten wir am zweiten Radtag nach Ornbau, durch das Stadttor über eine 5-bögige Steinbrücke aus dem 17. Jh., weiter zum künstlich angelegten Altmühlsee (besonders im Sommer ein Freizeitparadies). Auf einem Parkplatz in Gunzenhausen erwartete uns unser Buschauffeur Sepp mit verschiedenen Würsten zum Mittagsimbiss. Der gesamte Altmühlradweg führt großteils auf Radwegen oder fast autolosen Straßen durch Wiesen, Äcker und Feuchtgebiete. Kurz vor der Stadt Treuchtlingen (Geburtsstadt von Graf Pappenheim) verliesen wir die ebene Landschaft des Mittelfränkischen Beckens. Der Flusslauf beginnt sich nun mäanderförmig durch die Hügellandschaft bis zur Mündung in die Donau zu schlängeln. Eine geschichtliche Besonderheit ist der „Karlsgraben – Fossa  Carolina“. Bereits unter Karl dem Großen wollte man 793 die europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau mit einem schiffbaren Kanal von 1500 m Länge, 30 m Breite und einem Höhenunterschied von 10 m überwinden. Das Vorhaben misslang auf Grund ungünstiger geologischer Bedingungen. Wenige Kilometer nach Treuchtlingen kamen wir in das in einer engen „Altmühlschleife“ liegende Pappenheim. Nach gut 70 km wurden die Räder verladen und mit dem Bus ging`s ins zweite 4*-Hotel „Die Gams“ nach Beilngries.

Am Mittwoch, nach einer kurzen Busfahrt, starteten wir in Solnhofen (Solnhofer Plattenkalk), über Dollnstein (markanter Burgstein) nach Eichstätt (altes historisches Stadtzentrum, Bischofs- und Universitätsstadt, Willibaldsburg – Radweg durch die gepflasterte Innenstadt). Diese Gegend litt besonders im 30-jährigen Krieg 1618 – 48 unter den Kämpfen zwischen der „protestantischen Union“ unter Schwedenkönig Gustav Adolf und der „katholischen Liga“ unter Führung der Habsburger. Im Laufe des Krieges wurde aus einem Religions- ein Territorialkrieg. Das gesamte Altmühltal wird von unzähligen, großteils noch gut erhaltenen, aber auch verfallenen Burgen gesäumt. Über die Ortschaften Kipfenberg und Kinding erreichten wir diese Mal per Fahrrad direkt „Die Gams“, eine weitläufige Hotelanlage direkt neben dem Rathaus.

Am vorletzten Tag radelten wir ca. 8 km direkt am Ufer des Rhein-Main-Donaukanals entlang, bis wir wieder auf den Altmühltal-Radweg einschwenkten. Noch eine Flussschleife bei Riedenburg, eine kleine Radpanne und schon erreichten wir unseren Chauffeur Sepp, der wie die Tage vorher mit dem Mittagsimbiss aufwartete. Am Nachmittag erwartete die Gruppe das Ausflugsschiff „Ludwig“ zur Passage durch die Donauengstelle zum Benediktiner-Kloster Weltenburg. Die barocke Innengestaltung der Kirche St. Georg ist beeindruckend. In der weltweit ältesten Brauerei wo seit 1050 Bier gebraut wird, ließen sich im Klostergarten die meisten Radler ein kühles Bier schmecken.

Bei der Heimfahrt am Freitag machten wir noch einen Abstecher nach Passau, ehe am Autobahnparkplatz Orth im Innkreis ein Geburtstagskind zum Sektanstoß einlud. Bei dieser Gelegenheit wurden auch noch die Reste der von einigen Mitreisenden gespendeten Mehlspeisen verzehrt.

Besonderer Dank gilt unseren Gruppenführern Gerhard und Hermann, den „Helferlein“ zu Mittag und bei der Kaffeezubereitung, den Kuchenbäckerinnen und unserem umsichtigen Chauffeur Sepp Schaumberger. Gesamtstrecke: 240 km.
                                                                                                                                                                 Frank Schlader

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